Mag. Nadja Krajicek, BA MA

E-mail: nadja.krajicek@tirol.gv.at

Links: 

https://www.tirol.gv.at/kunst-kultur/landesarchiv/mitarbeiter

https://univie.academia.edu/NadjaKrajicek

 

 

 

 

 

2007–2010 Studium der Politikwissenschaft (BA) sowie 2007–2011 Studium der Geschichte, Universität Innsbruck – Diplomarbeit: „Kriegs- und Friedensentscheidungen in der Frühen Neuzeit. Der Englische und Wiener Hof im Vergleich“. 2012–2015 Studium der Geschichtsforschung, Historischen Hilfswissenschaften und Archivwissenschaft, Universität Wien, 2014/2015 Forschungsstipendium (Beihilfe für Zwecke der Wissenschaft) am IÖG – Masterarbeit: „Frauen in Notlagen. Autobiografisches in Suppliken an Maximilian I.“ Seit 2015 Mitglied des IÖG sowie Doktoratsstudium der Geschichte, Universität Wien.

Seit 2016 Mitarbeiterin im Tiroler Landesarchiv, Leitung des Bereichs „Benützerservice und Reproduktion“, seit 2018 „Bestandserschließung“. 2016–2019 Archivarin im Stiftsarchiv Melk.

Mitarbeit bei diversen Projekten, z. B. am ÖNB-Jubiläumsfondsprojekt „Das spätmittelalterliche Supplikenwesen am römisch-deutschen Herrscherhof (1440–1493)“, Archivrecherchen zum Innsbrucker Zeughaus, Editionsprojekt NÖ Urkundenbuch, Transkriptionsarbeiten zu den Registern Innocenz‘ III., diverse historische und archivische Aufträge IÖG, ÖAW, Stift Melk, Gemeinden Kundl und Lans.

Research Interests:

Geschichte des Spätmittelalters, insbesondere des 15. Jahrhunderts bis in die Zeit Maximilians I., Diplomatik, Verwaltungsgeschichte, Hilfswissenschaften, Sozialgeschichte, Archivgeschichte, Tiroler Landesgeschichte.

Current Research Project: „Suppliken als Ego-Dokumente am Beispiel von Bittschriften an Maximilian I. (1486–1519)“

 Bei Suppliken, also Bittschriften, handelt es sich um eine Quellengattung, mit Hilfe derer sich Erzählungen von Hilfesuchenden, über die es mitunter kaum bis gar keine weiteren Aufzeichnungen gibt, herauslesen lassen, die als Ergebnisse einer mentalen Beschäftigung eines Menschen mit seiner persönlichen Notlage zu sehen sind. Dieser Umstand wiederum macht es möglich, Einblicke in individuelle Deutungs , Handlungs- und Wahrnehmungsmuster zu gewinnen. Die Entschlüsselung jener Ich-Konstruktion erlaubt es, Aspekte zur Selbstwahrnehmung einer Person herauszuarbeiten. Ich stelle die These auf, dass Suppliken die Kriterien für die Klassifizierung als Ego-Dokument erfüllen. Sie ähneln im Aufbau einem Brief und sind überwiegend trotz ihrer Formelhaftigkeit durch ihre Erzählstrategien, die zu einer Gewährung der Bitte führen sollen, individuell gestaltet. Mit der Einleitung, dem Übergang zur Bitte und dem Schluss weisen Bittschriften in der Regel nur drei stärker formalisierte Teile auf. Die Suppliken gewinnen etwa durch Umgangssprache, wörtliche Rede oder den sehr reduzierten Gebrauch lateinischer Fachtermini, die juristischen Traktaten nicht nahekommen, an Authentizität und geben Sichtweisen und Werte der Bittenden zu einem nicht unerheblichen Teil wieder. Ziel dieses Dissertationsprojekts ist es also, neben einer allgemeinen Analyse des Supplikenwesens und dem Umgang mit untertänigen Bitten während der Regierungszeit Maximilians I., die Suppliken als Ego-Dokumente zu begreifen, sie in Themengruppen zu unterteilen und sie nach dieser Maxime mittels einer historischen Diskursanalyse auszuwerten. Hierfür werden 1560 Suppliken (aus den Beständen des Österreichischen Staatsarchivs sowie des Tiroler Landesarchivs) von Einzelpersonen oder Kleingruppen analysiert, die im weiteren Sinne für sich selbst oder ihr nahes soziales Umfeld bitten.

Publications:

  • Frauen in Notlagen. Suppliken an Maximilian I. als Selbstzeugnisse (QIÖG 17, Wien 2018). Suppliken aus Tirol an Maximilian I. (1490–1519), in: Christian Lackner, Daniel Luger (Hrsg.), Modus supplicandi. Zwischen herrschaftlicher Gnade und importunitas petentium (VIÖG 72, Wien 2019) 139–168.
  • Aus alt mach neu. Die Innsbrucker Zeughäuser unter dem Hauszeugmeister Bartholomäus Freisleben, in: Wolfgang Meighörner, Claudia Sporer-Heis (Hrsg.), Des Kaisers Zeug. Maximilians Zeughaus in Innsbruck (Innsbruck 2019) 117–149.